
MOOI DUNUM
Düngung von landwirtschaftlichen Nutzflächen war im 19. Jahrhundert ein großes Problem. Die Wissenschaft hatte nachgewiesen, dass Düngung die Produktion wesentlich steigern konnte, aber in Ostfriesland fehlten die Düngemittel oder das Kapital für die Finanzierung.
Eine Methode war hier mit eigenen Mitteln durchführbar, die Mergelung mit einem kalkhaltigen Sediment. Der Kalk verringerte den Säuregrad des Bodens und machte damit die im Boden vorhandenen Düngestoffe nutzbar.
Als Kalkspender war in vielen Bereichen im nordöstlichen Ostfriesland der Lauenburger Ton zu finden, der auch als Rohstoff für die Ziegelherstellung genutzt wurde. Problem war dabei, dass die oberen zwei Meter durch Sickerwasser entkalkt waren. Deshalb mussten die Gruben mehrere Meter tief ausgehoben werden, um den Mergel zu gewinnen. Bald stellte sich jedoch heraus, dass die Mergelung keine Dauerlösung war, weil sie dem Boden alle Nährstoffe entzog. Die Düngung wurde dann durch Mineraldünger ersetzt, der erschwinglicher wurde. In der Landschaft blieben die wassergefüllten Mergelkuhlen, die hervorragende Biotope darstellten.
Mergelkuhle im Bild:









